Im Nachlass des Bauern Friedrich Mahrt (1882-1940) aus Schleswig-Holstein finden sich Kisten voller präparierter Schmetterlinge, Vögel und Käfer sowie Berge sorgfältig kolorierter Fotografien. Seine private Sammlung dokumentiert heute kaum noch existierende Naturräume: uralte Wälder, verwunschene Moore, ausgestorbene Tierarten. Der Film lässt den Nachlass des stillen Exzentrikers von Fachkundigen analysieren, interessiert sich aber auch dafür, was mit den Exponaten im digitalen Zeitalter geschieht. Neben den historischen Zeugnissen einer verlorenen Welt geht es um grundsätzliche Herausforderungen der Naturforschung und wie zwischen dem Verlust an Biodiversität und einer ökologischen Korrektur eine neue Balance gefunden werden kann.
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Olga (Marina Foïs) und ihr Mann Antoine (Denis Ménochet) sind auf der Suche nach etwas Ruhe aus Frankreich in ein kleines ländliches Dorf in Galizien gezogen. Dort leben sie ihren Traum vom eigenen Bauernhof und alles könnte so schön sein. Aber nicht alle in dem verschlafenen Ort freuen sich über die neuen Nachbarn. Verbittert von Jahrzehnten voller harter Arbeit ohne wirkliche ökonomische Perspektive haben sie keinen Platz mehr in Kopf und Herz für die beiden Neuankömmlinge, denen fortan nur mit Anfeindungen und Missgunst begegnet wird. Ein Streit um den Verkauf von Land für den Bau von Windkraftanlagen eskaliert schließlich in Gewalt. Letztlich liegt es an Olga, den Konflikt gewaltlos zu bewältigen.
Gräfin Irma (Sandra Hüller) folgt als Hofdame Kaiserin Sisi (Susanne Wolff) nach Griechenland, wo sie fern vom strengen und einengenden österreichischen Hof und nur umgeben von adligen Frauen nach Freiheit von den Erwartungen ihrer Familie strebt. Irma ist fasziniert von der außergewöhnlichen Frau und ihren modernen Ideen. Sie wird schnell ihre Vertraute und sehnt sich bald schon nach mehr Zuneigung von der Kaiserin, als es die Sitten der Zeit den beiden Frauen erlaubt. Die sorglose Zeit am Mittelmeer muss unweigerlich enden, als klar wird, dass Sisi nicht auf Dauer vor ihrer Verantwortung fliehen kann.
Ansa (Alma Pöysti) und Holappa (Jussi Vatanen) sind zwei aus der Zeit gefallene Menschen, die als Supermarktangestellte und Bauarbeiter am Rande der Gesellschaft im ebenfalls aus der Zeit gefallenen Helsinki leben, dass nur vereinzelt aktuelle Themen zulässt. Beide sind Single und leben ein trostloses, gar langweiliges Leben. Doch die Hoffnung haben sie noch nicht aufgegeben – oder jedenfalls noch nicht komplett begraben. Die große Liebe suchen sie nämlich immer noch. Und dann, als sich Ansa und Holappa zufällig in der finnischen Hauptstadt über den Weg laufen, scheint das in greifbare Nähe zu rücken. Dieses Aufeinandertreffen scheint das Potenzial zu haben, ihr Leben zu verändern – allerdings nur, wenn sie aus ihren bisherigen Verhaltensmustern ausbrechen und sich auf etwas Neues einlassen können.
Es ist Weihnachten 1877, als die für ihre Schönheit bekannte österreichische Kaiserin Elisabeth (Vicky Krieps) 40 Jahre alt wird. Als First Lady von Österreich und Ehefrau von Kaiser Franz Joseph I. (Florian Teichtmeister) darf sie sich nicht äußern und muss für immer die schöne, junge Kaiserin bleiben. Um diese Erwartungen zu erfüllen, unterwirft sie sich einem strengen Regime aus Fasten, Übungen, Frisuren und der täglichen Messung ihrer Größe. Erstickt von diesen Konventionen, hungrig nach Wissen und Leben, rebelliert Elisabeth immer mehr gegen dieses Bild. Offiziell gilt sie nun als alte Frau, und sie fragt sich, was sie noch wert ist, wenn sie ihrem eigenen Abbild nicht mehr gerecht werden kann?
Im Oktober 2020 wurde einer der größten Pharma-Produzenten der USA zu Milliardenstrafen verurteilt. Die Pharmadynastie der Sackler-Familie reicht dabei an die 70 Jahre in der Geschichte zurück und fand mit der Zerschlagung deren Firma Purdue Pharma ein überraschendes Ende. Dokumentarisch aufbereitet, rollt Regisseurin Laura Poitras die Geschichte des Oxycodon-Produzenten auf und widmet sich im Konkreten dem Fall der Künstlerin Nan Goldin, die jahrelang gegen die Sackler-Familie und die Opioidkrise in den Vereinigten Staaten protestierte.
Dokumentation über einen der skandalösesten Betrugsfälle in der Pharmaziebranche.
Die Zwillinge Jeanne (Mélissa Désormeaux-Poulin) und Simon (Maxim Gaudette) werden von ihrer verstorbenen Mutter Nawal (Lubna Azabal) über einen Notar dazu aufgefordert, ihrer bislang unbekannten Verwandschaft zwei Schreiben auszuhändigen – einen für den Vater, einen für den Bruder. Die Geschwister brechen auf, um den letzten Wunsch ihrer Mutter zu erfüllen und die fremde Familie im nahen Osten kennenzulernen. Dabei decken sie eine fürchterliche Vergangenheit auf, voll von Inzucht, Vergewaltigung und Demütigung…
Québéc, 6. Dezember 1989. Ein junger Mann betritt das Polytechnikum und beschließt, sich zu töten und vorher so viele Frauen wie möglich mit sich in den Tod zu reißen. Erzählt wird der Film aus der Perspektive des Täters sowie von drei Personen, die an diesem Tag ebenfalls im Polytechnikum sind.
Eine attraktive Frau überfährt im betrunkenen Zustand einen Mann und kümmert sich nicht um ihn. Als er stirbt, reist sein Sohn aus Norwegen an, um sich zu rächen, verliebt sich aber in sie. Wegen einer Liebesnacht verpasst er sein Flugzeug, das abstürzt, womit ein Teil der Schuld gesühnt zu sein scheint; doch die Frau versucht weiter, Ordnung und Sinn in ihr chaotisches Leben zu bringen. Was bedeutungsschwer und ernst klingt, erzählt der Film im lockeren Plauderton ohne jede Schwere – was auch daran liegen mag, dass er von einem Fisch erzählt wird, der sein Ende auf dem Hackklotz erwartet. Als ihn dies ereilt, nimmt ein anderer Fisch die Erzählung auf, beginnt aber an einer anderen Stelle und aus einer anderen Perspektive, was den Film und seine wunderbare Hauptdarstellerin ein wenig durcheinander bringt. Ein Paradebeispiel für Fabulierlust und fantasiereiches Erzählen.
Nach einem tragischen Autounfall beschließt das Model Simone ihr Leben zu ändern. Sie will ein Kind, und der Erzeuger steht schon fest: ihr Ex-Freund. Es schreckt sie auch nicht ab, dass er die Bedingung stellt, es in der Wüste zu tun. In der Wüste angekommen, merkt sie, dass man sein Leben nicht einfach nach Plan gestalten kann.(S.K.)